Frühzeitige Hörgeräte-Versorgung wichtig
Wenn ein Kind schlecht hört, fällt dies häufig erst im 2. Lebensjahr auf. Erst die schlechte Sprachentwicklung macht auf das Hörproblem aufmerksam. Dann sind viele Monate ungenutzt vergangen. Denn gerade in den ersten Lebensmonaten müssen Klänge über die Ohren an das Gehirn weitergeleitet werden. Nur so können die kindlichen Hörbahnen weiter reifen, eine wesentliche Voraussetzung für gutes Hören. Babys mit Hörminderung sollten daher so früh wie möglich mit Hörgeräten versorgt werden. Denn die ungestörte Reifung der Hörbahnen lässt sich Jahre später nicht nachholen. Das Hörvermögen eines Kindes lässt sich fast immer mit Hörgeräten bessern. Daher sollten diese möglichst innerhalb der ersten sechs Lebensmonate angepasst werden.
Kinder, die nicht oder nur sehr schlecht hören, sind kaum in der Lage, sprechen zu lernen. "Taubstumm" sagte man früher dazu. Heute haben schwerhörige Kinder gute Chancen, wenn sie frühzeitig mit Hörgeräten versorgt werden. Diese Kinder können hören und sprechen lernen. Kleinkinder, die so schlecht hören, dass ihnen auch mit Hörgeräten kaum zu helfen ist, können meist mit einem Cochlear Implant versorgt werden. Dieses künstliche Innenohr ermöglicht Kindern (und Erwachsenen), die annähernd gehörlos oder taub sind, zu hören.
Hört das Kind richtig?
Fast immer sind es die Eltern, die zuerst den Verdacht haben, dass ihr Kind schlecht hört. Hier folgen einige wichtige Anhaltspunkte für Eltern und Bezugspersonen:
In der 4. bis 6. Lebenswoche sollten Säuglinge bei plötzlichen lauten Geräuschen erschrecken und sich bei Zuspruch der Eltern beruhigen.
Im 3. bis 4. Lebensmonat sollten Säuglinge stimmhaft lachen und brabbeln und die Augen in Richtung der Schallquelle bewegen.
Säuglinge im 6. bis 7. Lebensmonat sollten erste zweisilbige "Wörter" von sich geben, auf Musik lauschen.
Mit 10 bis 12 Monaten sollten Säuglinge auf leises Ansprechen aus einem Meter Entfernung reagieren und Verbote verstehen.
Etwa zum zweiten Geburtstag sollten Kinder Anweisungen befolgen können, die ihnen ins Ohr geflüstert werden.

Wenn eine Hörstörung bei Kindern rechtzeitig erkannt wird, kann dank modernster Technik viel erreicht werden. Die Kinderversorgung gehört zu den anspruchsvollsten Gebieten der Audiologie. Aufgrund unserer Zusatzqualifikation als Pädakustiker und durch unseren reichen Erfahrungsschatz sind wir in der Lage, auch Hörgeräteanpassungen bei Kindern und Jugendlichen erfolgreich durchzuführen.